Im Gras liegende Frau

Ambrosia als Auslöser von Heuschnupfen – der Einwanderer mit starkem Allergiepotential

Ambrosia ist ein bei Allergikern gefürchteter Einwanderer aus Amerika. Die aggressiven Pollen dieser Pflanze haben im Herbst Hochsaison.

Ambrosia als Auslöser von Heuschnupfen – der Einwanderer mit starkem Allergiepotential

Hauptpollenflugzeit von August bis Oktober

Ambrosia, auch Traubenkraut oder Ragweed genannt, war ursprünglich in Nordamerika und Mexiko heimisch und wurde erst vor etwa 150 Jahren nach Europa eingeschleppt. Von Frankreich und Ungarn aus erobert das unliebsame Gewächs, das warmes, nicht zu feuchtes Klima bevorzugt und dessen Pollen von Medizinern als hochallergen eingestuft werden, dank Klimaerwärmung Schritt für Schritt auch das nördlichere Europa und macht sich nun auch in Deutschland breit. Für Allergiker bedeutet dies eine noch längere Leidenszeit. Denn die Pollen der Ambrosia fliegen erst sehr spät im Jahr. Hauptpollenflugzeit ist von August bis Oktober. Bei sehr warmer Witterung kann die Pollenbelastung aber auch bis in den Dezember hinein andauern.

Bei Heuschnupfen: Unscheinbar aber höchst aggressiv

Leicht zu verwechseln mit der einheimischen wilden Möhre oder dem Beifuß säumt das unscheinbare, bis zu etwa 1,50 Meter hohe „Unkraut“ mit den doppelt gefiederten Blättern und ährenartigen gelbgrünen Blütenständen gern Straßen und Wege. Auch Brach- und Bauland gehören zu den bevorzugten Standorten der Ambrosia.

Der Anteil der Ambrosia-Allergiker ist überdurchschnittlich groß.

Ihrem unscheinbaren Aussehen zum Trotz hat sie es in sich. Die Ambrosiapflanze produziert große Mengen von aggressiven Pollen.
Viele Menschen reagieren mit den typischen Heuschnupfensymptomen; erstaunlicherweise oft auch Menschen, die bislang völlig frei von Allergien waren.
Nur kleinste Mengen von dem Allergen sind nötig. Der Anteil der Ambrosia-Allergiker, die später ein Asthma entwickeln, ist überdurchschnittlich groß.

Hohe Sensibilisierungsraten weltweit

Die Ambrosia gehört zu den derzeit weltweit wichtigsten Allergieauslösern. In Ländern mit großer Ausbreitung sind die Sensibilisierungsraten hoch. So reagieren in den USA etwa 10% der Bevölkerung auf Pollen verschiedener Ambrosia-Spezies. In Regionen Italiens und Frankreichs mit hohen Ambrosiavorkommen ist ebenfalls fast jeder Zehnte von der Traubenkraut-Allergie betroffen. Alarmierende Zahlen kommen auch aus Wien. Hier ist die Sensibilisierungsrate in der Bevölkerung gegenüber Ambrosia in fünf Jahren von 18 auf 37% gestiegen. Auch in Deutschland gibt es inzwischen größere, wenn auch nicht vergleichbare Bestände des Traubenkrauts, zum Beispiel in Bayern und Baden-Württemberg. Aber auch nördlicher, etwa in und um die hessische Metropole Frankfurt oder in Berlin, wird das Gewächs zunehmend häufiger gesichtet.

Hysterie ist dennoch unangebracht

Doch trotz der Ausbreitung auch hierzulande wird die allergologische Bedeutung der Ambrosia in Deutschland bisher vergleichsweise eher als gering eingeschätzt. Zwar rechnen Experten aufgrund der Klimaerwärmung und verlängerter Wachstumsperioden in warmen Spätsommern mit einer Zunahme der Sensibilisierungen, gegenwärtig liegen aber noch keine Zahlen vor, die von vermehrten Erkrankungszahlen zeugen.

Allergische Beschwerden sind häufig auch hausgemacht

Auch ist nicht zwingend Ambrosia schuld, wenn die Nase läuft und die Augen jucken. Auslöser kann ebenso gut der heimische Beifuß sein, der zur selben Zeit blüht, und hierzulande wahrscheinlich noch immer die größere Rolle als Verursacher von Allergien spielt. Zu den möglichen Reaktionen auf Beifußpollen gehören Heuschnupfen, Atembeschwerden, Kopfschmerzen sowie Haut- oder Magen-Darmprobleme. Aber auch Kreuzallergien kommen häufig vor. So reagieren Betroffene unter Umständen nicht auf Beifuß selbst, sondern auf verwandte Allergene, die zu Nahrungsmitteln bzw. Gewürzen gehören, z.B. Sellerie, Gurke, Artischocke, Melone oder Pfeffer.

Trotzdem was gegen Ambrosia tun

Verharmlosen sollte man die Gefahr, die von Ambrosia ausgeht, allerdings auch nicht. Helfen Sie deshalb mit, deren Ausbreitung in Grenzen zu halten. So kann importiertes Vogelfutter mit Ambrosiasamen verunreinigt sein. Behalten Sie deshalb die Futterstellen hinsichtlich möglicher Ambrosiatriebe im Auge. Entfernen Sie identifizierte Pflanzen und Triebe, wo immer Sie sie sehen, und entsorgen Sie diese in einer Plastiktüte in den Hausmüll! Zur Blütezeit sollten Sie dazu möglichst Handschuhe und Mundschutz tragen. Größere Bestände in öffentlichen Bereichen sollten Sie an die zuständigen Behörden: Umweltbundesamt, Pflanzenschutzamt oder die Biologische Bundesanstalt (Tel. 0531 / 299-3380 oder 3375) melden.

Wer wissen möchte, wie die derzeitige Belastung durch Ambrosia- oder Beifußpollen an seinem Wohnort ist, der kann sich auf unserem kostenlosen Luftdatenservice informieren.

Weiterführende Links:

www.ambrosia.de

Bild-Quelle: istockphoto.com © Danijel Micka

Autor: bsmo-Redaktion

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