Im Gras liegende Frau

Vulkanausbruch - Meist keine Gefahr für Asthmatiker & Allergiker

In größerer Entfernung von Vulkanen ist die Aschekonzentration am Boden meist so gering, dass keine Verschlechterung des Asthmas zu erwarten ist.

Vulkanausbruch - Meist keine Gefahr für Asthmatiker & Allergiker

Vulkanausbrüche, die zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen in Mitteleuropa führen, sind sehr selten. Aktive Vulkane finden sich nur an den äußersten Grenzen des Kontinents, etwa in Süditalien und auf Island. Auswirkungen von Vulkanaktivität kommen in Mitteleuropa daher nur bei sehr großen Ausbrüchen oder unter besonderen geologischen und Wetterbedingungen vor.

Vulkanasche ist feinster Gesteinsstaub

Für Asthmatiker kann vor allem die bei bestimmten Ausbruchsbedingungen in die Atmosphäre gelangende Vulkanasche ein gesundheitliches Problem sein. Vulkanasche ist feinster Gesteinsstaub, der bei explosionsartigen (eruptiven) Vulkanausbrüchen mehrere Kilometer hoch in die Atmosphäre geschleudert wird. Dort breiten sich die Ascheteilchen mit dem Wind aus. Dabei können sie unter Umständen sehr große Entfernungen zurücklegen und schließlich auf dem gesamten Globus nachweisbar sein.

Aufgrund der großen Fläche, über die die Ausbreitung erfolgt, nimmt die Konzentration der Aschepartikel jedoch stark ab, sodass die Teilchen nicht zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen und in der Regel nur durch aufwändige wissenschaftliche Analyse nachweisbar sind.

Mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Vulkanasche

In gesundheitlicher Hinsicht sind vor allem feinste Bestandteile der Vulkanasche mit einem Durchmesser von weniger als einem Hundertstel Millimeter von Bedeutung. Dieser Vulkan-Feinstaub kann bis in die tiefsten Atemwege vordringen und dort zu Reizungen führen.

Vulkanasche reagiert chemisch nicht mit dem Körpergewebe, ist nicht radioaktiv und löst keine allergischen Reaktionen aus. Allergiker sind deshalb nicht stärker durch Vulkanasche gefährdet als Asthmapatienten.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass Atembeschwerden oder Verschlechterungen von Asthmabeschwerden nur in Regionen auftreten, in denen sich mehr als 100 Gramm Asche pro Quadratmeter niederschlagen. Besonders gefährdet sind dabei Kinder im Alter von weniger als fünf Jahren.

Der Ausbruch des Eyjafjallajökull auf Island im Juni 2011

Beim Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull im Juni 2011 handelte es sich um eine vergleichsweise kleine Vulkaneruption. Die Art des Ausbruchs und die vorherrschenden Wetterbedingungen führten jedoch dazu, dass die Aschewolke von Island bis nach Mitteleuropa getragen wurde. Die Wolke bewegte sich in einer Höhe von mehr als 6.000 Metern. Das schränkte vor allem den Luftverkehr ein. Die Aschebelastung in Bodennähe war dagegen so niedrig, dass davon offenbar keine Gefahr für die Gesundheit ausgegangen war.

Ärzte und Experten von Krankenkassen meinen daher, dass eine Aschewolke im Allgemeinen kein gesundheitliches Risiko birgt. Da die Aschekonzentration örtlich jedoch schwanken kann, empfehlen sie Asthmatikern, die üblichen Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, die grundsätzlich bei erhöhter Feinstaubbelastung angeraten sind. Dazu gehören:

  • die regelmäßige Einnahme der vorbeugenden Dauermedikation wie mit dem behandelnden Arzt besprochen
  • bei Aufenthalten außerhalb der eigenen Wohnung stets die Notfallmedikation mitzuführen
  • Anstrengung im Freien nach Möglichkeit zu vermeiden oder zu begrenzen

Zusammenfassung

Vulkanasche kann zu einer Belastung mit Feinstaub führen. Sie reagiert jedoch chemisch nicht mit dem Körper, ist nicht radioaktiv und löst keine Allergien aus.

Zum Schutz vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen sollten Asthmatiker sich wie bei einer erhöhten Feinstaubbelastung verhalten: Dauermedikation regelmäßig einnehmen, Notfallmedikamente mitführen, Anstrengungen im Freien vermeiden.

Weiterführende Links

Informationen der Weltgesundheitsorganisation in englischer Sprache

Umweltbundesamt: Feinstaubbelastung – Deutschlandkarte mit Übersicht der Tagesmittelwerte der Partikelkonzentration

Informationen der Europäischen Weltraumorganisation ESA in englischer Sprache:

Quelle:
Nach Informationen von Ärztezeitung, International journal of immunopathology and pharmacology, New Zealand Medical Journal, Environmental Health, Weltgesundheitsorganisation (WHO), Europäische Raumfahrt Agentur (ESA).


Bild-Quelle: shutterstock.com, © Nazzu

Autor: bsmo-Redaktion

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