Im Gras liegende Frau

Wie wird Heuschnupfen behandelt?

Die Behandlung von Heuschnupfen richtet sich nach der Empfehlung des Arztes und sollte auf jeden Fall konsequent durchgeführt werden.

Wie wird Heuschnupfen behandelt?

Als beste Behandlungsform allergischer Erkrankungen gilt die Allergenkarenz - die Vermeidung der allergieauslösenden Stoffe. Es gibt eine Fülle von Handlungsempfehlungen, die je nach Allergen von der Anschaffung von neuen Matratzen (bei Hausstaubmilbenallergie) bis zum täglichen Haarewaschen (bei Pollenallergie) reichen.

Speziell für Pollenallergiker gibt es darüber hinaus Möglichkeiten, sich über den aktuellen Pollenflug zu informieren. Einen Überblick über den Pollenflug vor Ort bietet der Luftdatenservice. Hier kann nach Postleitzahlen geordnet abgerufen werden, welche Pollen in hohen Konzentrationen auftreten und zu Atembeschwerden führen könnten.

Der Luftdatenservice informiert Sie über Feinstaubbelastung und Ozonwerte vor Ort.

Da auch Feinstaub und Ozon der Lunge zu schaffen machen können, informiert der Luftdatenservice zudem über Feinstaubbelastung und Ozonwerte vor Ort sowie über die UV-Belastung.

Die Luftdaten werden für den aktuellen Tag und für zwei Folgetage ermittelt. Neben den Informationen auf der Website können Interessierte den Luftdatenservice auch per E-Mail kostenlos abonnieren. Da es trotzdem in den meisten Fällen nicht möglich ist, allen Allergenen aus dem Weg zu gehen, gibt es zahlreiche Arzneimittel zur Behandlung der allergischen Rhinitis bzw. ihrer Symptome. Im folgenden werden hier die wichtigsten Gruppen angeführt, zusätzlich wird die Behandlung durch die Spezifische Immuntherapie (SIT) erwähnt.

Medikamente bei Heuschnupfen

Dekongestiva (Abschwellende Mittel)

Sympathomimetika in Form von Nasentropfen und -sprays wirken an den Gefäßen der Nasenschleimhaut. So wird zwar die Verstopfung der Nase behoben, alle anderen Symptome bleiben aber unberührt. Sie sollten nur zehn Tage hintereinander angewendet werden, um eine Schädigung der Nasenschleimhaut durch die Substanzen zu vermeiden.

Antihistaminika

Antihistaminika werden oral (als Tabletten, Tropfen, Saft) und topisch (örtlich in Nase/Augen) zur Therapie von Heuschnupfen eingesetzt.

Antihistaminika sind in den letzten Jahren kontinuierlich weiterentwickelt worden. Mittlerweile sind sie in der dritten Generation am Markt. Orale Antihistaminika der 1. Generation, die stark beruhigend wirkten, wurden ab den 80er Jahren durch Antihistaminika der 2. Generation ersetzt. Diese machten weniger stark bis gar nicht müde und wiesen eine bessere Wirksamkeit auf. Weiter verbessert wurden die neueren oralen Antihistaminika der 3. Generation.

Örtlich anzuwendende Antihistaminika stehen sowohl für die Anwendung an der Nase als auch am Auge zur Verfügung. Sie wirken innerhalb von 15 Minuten. Ein wesentlicher Nachteil von Antihistaminika ist, dass das Hauptsymptom des Heuschnupfens, die verstopfte Nase, kaum oder gar nicht behandelt wird.

Glukokortikosteroide (GKS)

GKS werden zur Behandlung aller Formen von Allergien eingesetzt (z.B. bei Heuschnupfen) als auch bei Asthma bronchiale eingesetzt. Sie sind die am besten wirksamen Präparate und haben den großen Vorteil, dass sie eine maximale Verbesserung der jeweils zugrundeliegenden Entzündung erreichen und so die Beschwerden (Symptome) vermeiden können. Somit sind GKS die wirksamsten Medikamente in der Vorbeugung der chronisch-entzündlichen Schleimhautschädigung (Nasenschleimhaut und Atemwegsschleimhaut).

GKS können topisch (örtlich) oder systemisch eingesetzt werden. Heute sind zahlreiche GKS zur Anwendung an der Nase verfügbar.

Die Gabe als Nasenspray hat den großen Vorteil, dass nur relativ geringe Medikamentenmengen gebraucht werden, um eine sehr gute Wirksamkeit an der Nasenschleimhaut zu erreichen. GKS sollten regelmäßig angewendet werden, da sie dann ihre günstigen Effekte voll entfalten können.

Cromone

Zur Wirkstoffgruppe der Cromone gehören die Cromoglicinsäure (DNCG) und Nedocromil. Sie sind weniger wirksam bei Allergien als Antihistaminika und örtliche Glukokortikosteroide. Sie werden z.B. in der Schwangerschaft eingesetzt, z.B. als Augentropfen.

Leukotrienrezeptorantagonisten

Leukotriene sind wesentliche Vermittler der allergischen Entzündung und insbesondere an der Sekretbildung und der Verstopfung der Nase beteiligt. Die alleinige Therapie mit einem Leukotrienrezeptorantagonisten wirkt gegen allergischen Schnupfen schwächer als eine Therapie nur mit einem nasalen Steroid.

Anwendung

Eine richtige Anwendung von GKS-Nasensprays ist wichtig für ein erfolgreiches Ergebnis der Behandlung. Bei richtiger Sprühtechnik sollte der Spraystoß gerade in die Nase eingebracht werden. Dies wird am besten in stehender Position und Blick auf die eigenen Füße erreicht, wobei für die rechte Nasenseite die linke Hand gebraucht wird und umgekehrt. Ein Sprühstoß in den oberen Teil der Nase (Richtung Augenwinkel) und einer in den unteren Teil verbessert die Verteilung der Substanz.

Spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung)

Bei dieser Behandlung werden in zunehmenden zeitlichen Abständen steigende Dosen des jeweiligen Allergens unter die Haut gespritzt. Hierdurch werden Immunzellen aktiviert, die die allergischen Reaktionen abschalten. Optimalerweise kann hierdurch also eine Allergie komplett geheilt werden.

Alternativ kann das Allergen bei einigen Allergien auch in Tropfenform oder als Tablette unter die Zunge (sublingual) gegeben werden. Die Immuntherapie ist u.a. geeignet bei Allergien auf Pollen, Hausstaubmilben und Katzen, insbesondere auch bei Insektengiftallergie (Biene/Wespe).

Bei allergischem Schnupfen sollte sie im Krankheitsverlauf möglichst früh eingesetzt werden. Die Immuntherapie reduziert die Gefahr der Entwicklung eines Asthma bronchiale, kann aber auch bei bereits bestehendem Asthma erfolgreich eingesetzt werden.


Bild-Quelle: shutterstock.com

Autor: bsmo-Redaktion

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