Im Gras liegende Frau

Pollen - Vielfältige Auslöser laufender Nase und tränender Augen

Hier finden Sie eine Beschreibung der Bäume, deren Pollen am häufigsten eine Allergie auslösen sowie wie beispielsweise Birken- oder Erlenpollen.

Pollen - Vielfältige Auslöser laufender Nase und tränender Augen

Pollen dienen der Vermehrung von Pflanzen. In Mitteleuropa sind wind-, insekten-, und selbstbestäubende Pflanzen bekannt, wobei Mischformen vorkommen. Die Pollen windbestäubender Pflanzen wurden schon früh als ein Haupt-Auslösefaktor des Heuschnupfens erkannt. Nach der Blühperiode werden die Pflanzen in Früh- (Januar - April), Mittel- (Mai - August) und Spätblüher (September - Dezember) eingeteilt.

Im Gegensatz zu insektenbestäubenden Pflanzen, bei denen eine relativ zielgerichtete Befruchtung stattfindet, müssen windbestäubende Pflanzen den sehr ineffektiven Mechanismus einer ungerichteten Freisetzung von Pollen in die Luft durch die Produktion großer Mengen ausgleichen. So produziert eine einzige Roggenpflanze ca. 21 Millionen Pollen, eine Sauerampferpflanze sogar ca. 400 Millionen Pollen.



Birke

(Hänge- oder Warzenbirke, Betula pendula Roth, Betula verrucosa; Trauerbirke; Weißbirke, Betula alba; Moorbirke Betula pubescens; nordische Zwergbirke, Betula nana)

Birken sind windbestäubende Früh-Mittelblüher mit einer Blühperiode von April - Mai. Sie kommen in lichten Wäldern, auf Magerweiden, in Mooren, Heide, auf sauren und kargen Böden, in Mischwäldern und als Zier- und Straßenbäume vor. Neben den o.g. existieren in Deutschland drei weitere Arten. In Deutschland haben Birkenpollen eine sehr hohe allergene Bedeutung. Birken zählen zu den Bäumen, deren Pollen am häufigsten Allergien auslösen. In Skandinavien ist die Allergie gegen Birkenpollen die am weitesten verbreitete Pollenallergie überhaupt. Im Mittelmeerraum hat sie hingegen keine Bedeutung.

Kreuzallergien sind beschrieben mit Erle, Hasel, Eiche, Rotbuche, aber auch mit Hainbuche, Edelkastanie u.v.a.m., zudem mit vielen Nahrungsmitteln, z.B. Kern- und Steinobst. Die Pollen gelten als sehr aggressives Allergen. Die Pollen gelten als sehr aggressives Allergen.
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Buche

(Rotbuche, Fagus sylvatica L.)

Die Rotbuche zählt zu den windbestäubenden Früh-Mittelblühern mit einer Blühperiode von April - Mai. Sie kommen in Wäldern auf feuchten, gut drainierten, warmen, sandigen Böden vor. In Deutschland gehören Buchen zu den weniger bedeutenden Allergieauslösern. Kreuzallergenitäten bestehen mit Birke, Eiche, Erle, Hasel.
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Eiche

(Stieleiche, Quercus robur L.; Traubeneiche, Quercus petraea; Flaumeiche, Quercus pubescens)

Eichen sind windbestäubende Früh-Mittelblüher mit Blühperiode von April - Mai. Sie kommen in Laub- und Mischwäldern, häufig auf tiefgründigen Lehm- und Tonböden vor, hauptsächlich in Mittel- und Südeuropa und Amerika. Neben den o.g. existieren in Deutschland zwei weitere Arten, die vorwiegend in Parkanlagen vorkommen. In Deutschland sind die Pollen von mittlerer allergener Bedeutung. Kreuzallergenitäten bestehen mit Birke, Buche, Erle, Hasel. nach oben

Erle

(Schwarzerle, Alnus glutinosa L.; Grauerle, Alnus incana; Grünerlengebüsch, Alnus viridis)

Erlen sind windbestäubende Frühblüher mit Blühperiode von Februar - April. Sie wachsen in Auen und Bruchwäldern, an Bach- und Flussläufen und bevorzugen nährstoffreiche Kies-, Sand-, und Tonböden. Neben der o.g. existieren in unseren Breiten drei weitere Arten. In Deutschland sind die Pollen von hoher allergener Bedeutung, sie gelten als aggressives Allergen. Kreuzallergenitäten bestehen mit Birke, Buche, Eiche, Hasel. nach oben

Esche

(Gemeine Esche, Fraxinus excelsior L.)

Eschen sind windbestäubende Frühblüher mit einer Blühperiode von März - April. Sie wachsen in Auen und Schluchtwäldern, an Bach- und Flussläufen und bevorzugen lehmige Böden. Neben der o.g. existiert hierzulande eine weitere Art. In Deutschland sind die Pollen von mittlerer allergener Bedeutung, gelten jedoch als aggressives Allergen. Kreuzallergenitäten bestehen mit dem Olivenbaum. nach oben

Espe

(Populus tremula L., Pappel, Zitterpappel)

Espen sind windbestäubende Frühblüher mit einer Blühperiode von März - April. Sie kommen in lichten Wäldern, an Waldrändern und als Hecken vor und bevorzugen nährstoffreiche alkalische Böden. Neben der o.g. existieren in unseren Breiten sechs weitere Arten. In Deutschland sind die Pollen von geringer allergener Bedeutung. Eine partielle Kreuzallergenität besteht mit Birke. nach oben

Hainbuche

(Carpinus betulus L., Weißbuche, Hagebuche, Hornbaum)

Hainbuchen sind windbestäubende Früh-Mittelblüher mit einer Blühperiode von April - Mai. Sie kommen in grasreichen Laubwäldern, in Hecken und an Waldrändern vor und bevorzugen trockene, mäßig nährstoffhaltige Sand- und Lehmböden. In Deutschland sind die Pollen von geringer allergener Bedeutung. Kreuzallergenitäten bestehen mit Birke, Hasel, Erle. nach oben

Hasel

(Corylus avellana L., Haselstrauch, Haselnußstrauch)

Die Hasel ist ein windbestäubender Frühblüher mit einer Blühperiode von Januar - März. Sie wächst im Unterholz lichter grasreicher Laubwälder und bevorzugt feuchte, nährstoffreiche Stein- und Lehmböden. In Deutschland sind die Pollen von hoher allergener Bedeutung, gelten als aggressive Allergene und stehen zusammen mit Erlenpollen an 2. Stelle der Baumpollen-Sensibilisierungen. Kreuzallergenitäten bestehen mit Birke, Erle, Rotbuche. nach oben

Kastanie

(Aesculus hippocastanum L., Roßkastanie, Pferdekastanie)

Kastanien sind insektenbestäubende Früh-Mittelblüher mit einer Blühperiode von April - Juni. Man findet sie als Parkbäume und bevorzugen Sand- und Lehmböden. Neben der o.g. existieren in Deutschland zwei weitere Arten. Trotz Insektenbestäubung sind Pollen in unmittelbarer Nähe von Alleen in bemerkenswerter Menge in der Luft nachweisbar. In Deutschland sind die Pollen von geringer bis mittlerer allergener Bedeutung. nach oben

Kiefer

(Pinus sylvestris L., Föhre, Waldkiefer, Schottische Kiefer)

Kiefern sind windbestäubende Mittelblüher mit einer Blühperiode von Mai - Juni. Sie wachsen auf unwirtlichen Böden (Fels, Schotter), in Mooren und in Nadelwäldern. Neben der o.g. existieren in Deutschland vier weitere Arten. In Deutschland sind die Pollen von geringer allergener Bedeutung: Trotz relativ hoher Pollenkonzentrationen in der Luft treten wegen der geringen Allergenpotenz nur wenig Sensibilisierungen auf. Dennoch besitzt die Kiefer das wichtigstes Pollenallergen unter den Nadelbäumen. nach oben

Linde

(Tilia cordata Mill., Winterlinde, Spätlinde, Tilia ulmifolia Scop., Tilia parvifolia Ehrh., Tilia platyphyllos, Sommerlinde, Tilia vulgaris Hayne, Tilia cordata x Tilia platyphyllos)

Linden sind insektenbestäubende Mittelblüher mit einer Blühperiode von Juni - Juli. Sie kommen in Mischwäldern, Parkanlagen und bevorzugen feuchte Böden vor. In Deutschland sind die Pollen von geringer allergener Bedeutung. nach oben

Olivenbaum

(Olea europae L., Ölbaum)

Der Olivenbaum ist ein windbestäubender Mittelblüher mit einer Blühperiode von April - Juni. Er ist ein Kulturbaum. In Deutschland sind die Pollen ohne allergene Bedeutung, im Mittelmeerraum hingegen treten häufig Pollenallergien auf. Kreuzallergenitäten bestehen mit anderen Ölbaumgewächsen (Esche, Liguster, Flieder). nach oben

Plantane

(Platanus hybrida Brot., Kleiderbaum, Platanus acerifolia auct.)

Platanen sind windbestäubende Mittelblüher mit einer Blühperiode von Mai - Juni. Sie kommt i.d.R. nur künstlich angepflanzt als Parkbaum und an Straßenrändern vor (Herkunft: Asien, Balkanländer). In Deutschland sind die Pollen wegen der geringen Bestände von untergeordneter allergener Bedeutung, im Gegensatz zu Ländern wie Spanien oder der Türkei. nach oben

Schwarzpappel

(Populus nigra L.), Silberpappel (Populus alba L.)

Schwarz- und Silberpappeln sind windbestäubende Frühblüher mit einer Blühperiode von März - April. Sie wachsen in lichten Wäldern, Auen und an Gewässern, auch als Parkbaum und bevorzugen nasse, nährstoffreiche alkalische Böden. Neben der o.g. existieren hierzulande sechs weitere Arten. In Deutschland sind die Pollen von geringer allergener Bedeutung. nach oben

Ulme

(Ulmus carpinifolia, Ulmus glabra L., Bergulme, Rüster, Flatterulme, Ulmus laevis)

Ulmen sind windbestäubende Frühblüher mit einer Blühperiode von März - April. Sie wachsen in lichten Wäldern, an Waldrändern und Parkanlagen und bevorzugen nährstoffreiche alkalische Tonböden. Neben der o.g. existieren in unseren Breiten vier weitere Arten. In Deutschland sind die Pollen von mäßiger allergener Bedeutung. nach oben

Weide

(Salix caprea L., Salweide)

Weiden sind insektenbestäubende Frühblüher mit einer Blühperiode von März - April. Man findet sie als Pioniergebüsch in Waldlichtungen, an Waldrändern und Parkanlagen und bevorzugen feuchte, nährstoffreiche saure Lehmböden. Ihre Pollen haben hierzulande eine geringe allergene Bedeutung. Neben der o.g. existieren in Deutschland 37 weitere Arten. nach oben

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Bild-Quelle: shutterstock.com

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